Page 32 - Lebensraum-2019
P. 32

32                                          Lebensraum Zurzibiet                            Mittwoch, 13. November 2019



                                                                                            Mehr als blosse Beschäftigung
                                                                                           Nadine jedenfalls ist zufrieden. Mittler-
                                                                                           weile ist sie bei Beutel 20 angelangt und
                                                                                           macht einen Moment Pause. Für das, was
                                                                                           Nadine und andere Bewohnerinnen und
                                                                                           Bewohner in der Weberei tun, sollen sie
                                                                                           auch Anerkennung erfahren, meint Ar-
                                                                                           beitsagogin Joëlle Herrmann. Konkret:
                                                                                           Was hergestellt werde, soll auch verkauft
                                                                                           werden können, und das bedinge, dass sie
                                                                                           als Mitarbeitende vollende oder in Form
                                                                                           bringe, was Nadine und die anderen in der
                                                                                           Weberei produzieren würden. Herrmann
                                                                                           macht ein Beispiel: «Annedorli, eine unse-
                                                                                           rer Bewohnerinnen, strikt leidenschaftlich
                                                                                           gerne. Bei ihrem Strickwerk handelt es sich
                                                                                           um grobmaschige Flächen. Meine Aufgabe
                                                                                           besteht nun darin, aus Annedorlis Strick-
                                                                                           werk Dinge zu produzieren, die auch einen
                                                                                           Käufer finden können. Elefanten, zum Bei-
                                                                                           spiel, Hunde oder andere Tiere.» Die Ar-
                                                                                           beitsagogin erklärt, dass sie das Strickwerk
                                                                                           dann so zusammennähen und stopfen wür-
                                                                                           de, bis man Elefanten, Hunde oder ande-
                                                                                           re Tiere erkenne. «Das Endprodukt ist so
                                                                                           ein Gemeinschaftswerk», sagt Herrmann,
                                                                                           «gestrickt von Annedorli, genäht von mir.
                                                                                           Das Produkt findet einen Käufer und An-
                                                                                           nedorli erlebt, dass ihre Arbeit verwendet
                                                                                           werden konnte und geschätzt wird.»
                                                                                            In der benachbarten Schreinerei wird
                                                                                           nach denselben Grundsätzen gearbeitet:
                                                                                           Bewohner Michele produziert da Anfeuer-
                                                                                           holz, das von Schreiner und Sozialpädago-
                                                                                           ge Roger Streule zu Packen geschnürt wird,
                                                                                           und Bewohner Heinz ist zurzeit damit be-
                                                                                           schäftigt, Holzziegel zu lackieren, die spä-
           Felix Vögele, Präsident der Maia-Stiftung, und Institutionsleiter Benedikt Hebing freuen sich   ter auf die von Roger Streule gefertigten
           auf die in absehbarer Zeit zur Verfügung stehenden neuen Räume. Bildmitte: Bewohner Bruno.   Vogelfutterhäuschen montiert werden.



                                                                                             Ein Tag
                                                                                             im Goldenbühl

                                                                                               7.30 Uhr   Aufstehen
                                                                                               8.00 Uhr   Frühstück
                                                                                               8.45 Uhr   Spaziergang
                                                                                               9.30 Uhr     Arbeit in den Werkstätten
                                                                                             12.00 Uhr   Mittagessen
                                                                                             13.00 Uhr   Mittagspause
                                                                                             15.00 Uhr     Z’vieri, dann Spaziergang
                                                                                             16.15 Uhr     Arbeit in den Werkstätten
                                                                                             17.15 Uhr   Freizeit
                                                                                             18.00 Uhr   Abendessen
                                                                                             20.00 Uhr   Abendkreis
                                                                                             20.30 Uhr   Nachtruhe


                                                                                             Am Montag, Dienstag und Mittwoch
                                                                                             gehören Therapien zum Tagesablauf.
                                                                                             Montag: Thermalbad in der Rehaklinik
                                                                                             Bad Zurzach, Dienstag: Heileurythmie,
           In der Schreinerei: Bewohner Michele fabriziert Anfeuerholz, Bewohner Heinz lackiert Holz-  Mittwoch: Bäder und Massagen.
           ziegel für ein Vogelfutterhäuschen.
   27   28   29   30   31   32   33   34   35   36   37